Neues von der "CD-Edition Staatskapelle Dresden"

Dokumente ”zeitgeschichtlicher Ehrlichkeit”

Die im Herbst 2005 ins Leben gerufene ”Edition Staatskapelle Dresden” wächst mit Riesenschritten. Im Pressegespräch der Semperoper, die am 24. April 2007 im Foyer des Opernhauses stattfand, wurde mit VOL. 20 der atemberaubende Konzertmitschnitt des Berlioz´ Requiems in der Dresdner Kreuzkirche unter der Leitung von Sir Colin Davis erstmals vorgestellt.

Sir Colin Davis, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert war persönlich anwesend und konnte die allererste CD persönlich entgegennehmen. Die für derartige Presseevents notwendigen CD-Muster waren erst wenige Minuten zuvor per Overnight-Kurier direkt vom Presswerk im Dresdner Opernhaus eingetroffen.


(Bildquelle: MDR / Robert Hensel)

In Anwesenheit zahlreicher Journalisten und Fotographien stellte sich Sir Colin Davis den Fragen der anwesenden Journalisten. PROFIL-Manager Günter Hänssler und MDR Figaro Musikchef Dr. Steffen Lieberwirth gaben in diesem Zusammenhang bereitwillig Auskunft über die geplanten kommenden Ausgaben der ”Edition Staatskapelle Dresden”.



Sir Colin Davis im Gespräch mit PROFIL Manager Günter Hänssler (links) und MDR Musikchef Dr. Steffen Lieberwirth (rechts)
(Bildquelle: Staatsoper Dresden / Matthias Creutziger)


Die CD-Edition Staatskapelle Dresden gratuliert Sir Colin Davis

Zum 80. Geburtstag von Sir Colin Davis sei ein Rückblick gestattet: Die ”Edition Staatskapelle Dresden” startete mit seiner Einspielung Edward Elgars ”Symphony Nr.1” (Vol. 1 - PH 05040), gefolgt von den Mendelssohn-Sinfonien Nr. 3 und Nr. 5 (Vol. 4 – PH 0548), Jean Sibelius, Sinfonie Nr. 2; ”En Saga” und ”Luonnotar” (Vol.5 – PH 5049). Als Volume 7 der Edition erschien Schuberts Große C-Dur Sinfonie (PH 06038), die jetzt in einer Sonderausgabe anlässlich des Galakonzertes der Staatskapelle Dresden in Brüssel anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft an die Mitglieder und Gäste des Europäischen Parlaments verteilt wird.

Volume 10 der Edition (PH 06039) brachte das Te Deum von Hector Berlioz und Mozarts Kyrie in d-Moll, und frisch aus der Presse erscheint nun noch als Vol. 20 unter der Bestellnummer PH PH07014 das Requiem von Hector Berlioz, eine Aufführung vom Februar 1994 anlässlich des Jahrestages der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg – eine Aufführung, die Sir Colin Davis stets als eine seiner ergreifendsten bezeichnet hat.

Insgesamt sechs CDs bis jetzt mit Sir Colin Davis innerhalb der Edition Staatskapelle Dresden, das ist mehr als nur ein Zufall, sondern auch die Würdigung einer einmaligen musikalischen Persönlichkeit. In Vorbereitung befindet sich – quasi als ”Geburtstagspräsent” das chorsinfonische Oratorium von Michael Tippett ”A child of our time” vom Juli 2003 unter seiner Leitung (Veröffentlichung geplant für Herbst 2007).


Das historische Gedächtnis der Kapelle

Lange erwartet und endlich veröffentlicht wurden nun erste Mitschnitte von Konzerten des früh verstorbenen Giuseppe Sinopoli. Als Vol. 17 erschienen Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 9 und Richard Strauss’ ”Tod und Verklärung” (PH 07004)

Bei den Veröffentlichungen historischer Aufnahmen sorgten Kyrill Kondraschins Einspielung von Schostakowitsch 15. Sinfonie (PH 06065) und zwei einmalige Opernproduktionen für Aufsehen.


Mit der Erstveröffentlichung von Janáceks Oper ”Katja Kabanova” (PH 06040) wurde eine lange verschollen geglaubte Aufnahme den Freunden der Edition präsentiert. Es dauerte nur wenige Wochen, da wurde diese sensationelle und von uns aufwändig restaurierte Rundfunk-Archivaufnahme bereits ein Opfer der weit verbreiteten Tonträgerpiraterie.

Die Zeitschrift ”Opernwelt” konstatiert hierzu in ihrer Mai-Ausgabe: ”Die Edition Günter Hänssler hat mit ihrer Sammlung historischer Aufnahmen der Staatskapelle Dresden, in der die Oper ein wichtige Nebenrolle spielt, neue Standards gesetzt und nun mit der 16. und 19. Folge wahre Schatzgräberarbeit geleistet. (...) Die von Hänssler liebevoll und sachkundig edierte CD-Ausgabe hat weit mehr als nur Sammlerwert, denn die Aufnahme verbindet lebendige Bühnenatmosphäre mit sauberem Studioklang und wirkt trotz der deutschen Sprache authentisch.”

Vol. 19 der Edition enthält die Antrittsproduktion des Dirigenten Karl Elmendorff aus dem Jahr 1943. Mit einem Querschnitt aus Antonín Dvoráks Oper ”Der Jakobiner” (PH 07031) wird erstmalig ein Opernquerschnitt veröffentlicht, so wie er seinerzeit vom Rundfunk für Sendezwecke zusammengestellt wurde. Das umfangreiche Booklet beleuchtet ausgiebig auch die historischen Hintergründe jener dunklen Jahre, in denen die Aufnahme entstand. Hierzu schreibt die Musikzeitschrift ”Orpheus” in ihrer aktuellen Ausgabe: ” ... niemand sollte achtlos an dieser Neuerscheinung vorübergehen. Sie offenbart nämlich ein spannendes Stück Dresdner Operngeschichte, weil mit der klanglich bestechenden Aufnahme aus dem Jahr 1943 und einer sehr umfangreichen Dokumentation im Textheft über das Schicksal KARL ELMENDORFFs berichtet wird ...”

Und die ”Opernwelt” meint: ”Die Dresdner Aufführung der Oper von 1943, die in Ausschnitten vom Mitteldeutschen Rundfunk übertragen wurde, ist wegen der Zeitumstände ein doppelt interessantes Dokument. Im exemplarisch gestalteten und mit vielen Bildern versehenen Booklet befasst sich Hänssler auch ausführlich mit dem Dirigenten Karl Elmendorff (...)

Immer mehr wird auf diese Weise deutlich, dass sich die Edition Staatskapelle zu einer Art ”Historischem Gedächtnis der Kapelle” entwickelt, wie es Intendant Prof. Gerd Uecker einmal formuliert hat. Und dabei ist uns die zeitgeschichtliche Ehrlichkeit oberstes Gebot.


Unterstützung und Mitarbeit der Öffentlichkeit

Schlussendlich soll noch eine kurze Zwischenbilanz über die gemeinsam von der Staatskapelle und MDR FIGARO initiierte öffentliche Suche nach den historischen Tonaufnahmen von Fritz Busch gezogen werden. TRIANGEL, die Kulturzeitschrift von MDR FIGARO sowie Inserate in den Tagesprogrammen und im Internetportal der Staatskapelle waren mit der Frage an die Öffentlichkeit gegangen, ob sich möglicherweise in privater Hand noch Schallplatten des 1933 aus Dresden vertriebenen Operndirektors und Chefdirigenten Fritz Busch befinden.

Die Resonanz war sehr groß und so manche Lücke konnte mit Hilfe des Staatskapell- Publikums, der TRIANGEL-Leser und der Hörer von MDR-FIGARO geschlossen werden. Die Suche geht weiter. Im März 2008, anlässlich des 75. Jahrestages der Vertreibung von Fritz Busch aus Dresden, sollen dann hoffentlich sämtliche Dresdner Aufnahmen des legendären Kapellmeisters in einer Sonderedition im Rahmen der Edition veröffentlicht werden.


Günter Wand Edition schon mehrfach preisgekrönt

Preis Bruckner Den Preis der deutschen Schallplattenkritik erhielt die Günter Wand Edition nun schon zum dritten Mal. In der Bestenliste 4/2006 wurden Wands Einspielungen von Anton Bruckners 8. Sinfonie und von Franz Schuberts 8. Sinfonie, die unter der Bestellnummer PH 06008 als Doppel-CD veröffentlich wurden, als eine ”künstlerisch herausragende Neuveröffentlichung des Tonträgermarktes im vergangenen Quartal” ausgezeichnet.

Aber auch die anderen CDs dieser Edition werden immer wieder euphorisch rezensiert. Fünf Sterne im Musik-Check von Stereo Play erhielt Wands Einspielung von Bruckners 5. Sinfonie (PH 06012): ”Alles ist hier wie aus einem Guss. Der großbogig angelegte Mitschnitt aus dem Gasteig mit den fabelhaften Münchner Philharmonikern setzt interpretatorische Erkennungsmarken.” Ähnlich urteilt die niederländische Fachpresse. ”Klassieke Zaaken” bescheinigt dieser Aufnahme eine ”imposante Klangschönheit”.


Profil in der Presse

PH06063 Profil In einer Besprechung von Schuberts großen Liederzyklen in neuen Aufnahmen hob FAZ Autor Ulrich Schreiber die Neueinspielung von Franz Schuberts ”Die schöne Müllerin” durch Michael Schopper (PH 06063) hervor: ”Beachtung verdient die Interpretation, weil sie nicht den ”authentischen” Ausgaben folgt, sondern jener, die der mit Schubert vertraute Wiener Hofopernbariton Johann Michael Vogl 1830 edierte.”

Die Aufnahme orientiert sich an der historischen Aufführungspraxis und wird deshalb für alle Liebhaber der Liederzyklen von Franz Schubert eine willkommene Ergänzung darstellen.

Der PROFIL-NEWSLETTER erscheint mehrmals im Jahr und hält Sie stets über die aktuellen Veröffentlichungen der Edition Günter Hänssler auf dem Laufenden.


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