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Die MIDEM in Cannes
Fast schon Tradition ist der Besuch von Kulturstaatsminister Bernd Neumann am PROFIL – Messestand. Auch dieses Mal unterhielten sich Labelchef Günter Hänssler und Minister Neumann angeregt über das aktuelle PROFIL – Programm.
Besonders die letzte Veröffentlichung im Rahmen der EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN ist auf ist auf großes Interesse gestoßen. Als Volume 21 ist nunmehr der Mitschnitt von Gustav Mahlers 4. Sinfonie unter der Leitung des im Jahr 2001 viel zu früh verstorbenen Giuseppe Sinopoli erschienen (PH 07047). Das 40-seitige, reich illustrierte Booklet bietet wiederum eine Fülle von Informationen rund um die Staatskapelle Dresden, den Dirigenten Giuseppe Sinopoli und die Musik. Darüber hinaus enthält die CD ein ganz besonderes „Extra“: Zu hören sind Ausschnitte aus Giuseppe Sinopolis persönlicher Einführung in das Werk mit Live musizierten Musikbeispielen – eine einzigartige Gelegenheit den Maestro einmal persönlich und sozusagen „hautnah“ zu erleben. Anhand dieses einzigartigen Vortrages, der im Booklet in einer englischsprachigen Transkription nachgelesen werden kann wird deutlich, welch einfühlsamer und sinnlich agierender Meister des Taktstocks der Musikwelt im Jahr 2001 für immer verloren ging.
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Volume 21: Edition Staatkapelle Dresden |
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Der historische Höhepunkt der EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN: FRITZ BUSCH UND DRESDEN Der musikalische Nachlass erstmals vollständig auf 3 CDs, 1DVD und 190 Seiten Booklet |
Zehn Jahre lang hat er die Staatskapelle Dresden musikalisch geleitet, als Nachfolger des legendären Ernst von Schuch. Zehn Jahre lang war er auch Direktor des Dresdner Opernhauses, der „Semperoper“, wie sie heute genannt wird. Dabei hatte er gearbeitet „wie ein Tier“, ging eigentlich nur zum Schlafen nach Hause, was ihm selbst seine politischen Gegner bescheinigten. Fritz Busch hat in der Dekade seiner künstlerischen Tätigkeit in Dresden erstaunliches geleistet: Er hat das in die Jahre gekommene Opernensemble quasi „runderneuert“, er leitete wichtige Uraufführungen, wie die deutsche Uraufführung von Puccinis letzter Oper „Turandot“, von Hindemiths „Cardillac“ und der „Ägyptischen Helena“ von Richard Strauss und initiierte von Dresden aus die deutsche und europäische Verdi-Renaissance. Busch hatte Erfolg. Er verhalf der Staatskapelle und dem Opernhaus nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg zu neuer Weltgeltung. Trotz aller Erfolge: Am 7. März 1933 kam für Busch in Dresden das „Aus“, wie er selbst lakonisch in seinem Kalender notierte. Er wurde vor einer Rigoletto-Aufführung aus dem Opernhaus gejagt und seiner Ämter enthoben - eine Intrige seiner politischen Gegner aber auch vom Orchester und Opernensemble, denen Buschs radikale und kompromisslose Vorgehensweise beim Umbau des Opernensembles schon seit langem ein Dorn im Auge war. Die Begründung war einfach: Busch verkehre mit Juden, er hatte jedwede Hakenkreuzbeflaggung an der Fassade des Opernhauses verboten, und er sei außerdem den neuen Machthabern mehr als kritisch gegenüber eingestellt.
Fritz Busch gehörte zu den ersten namhaften Künstlern von Weltruf, die nur wenige Wochen nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wegen ihrer politischen Einstellungen in die Emigration gezwungen wurden.
Heute – 75 Jahre nach den skandalösen Ereignissen von Dresden ist dieser dunkle Punkt im Rahmen der EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN endgültig historisch fundiert aufgearbeitet worden.
Zusammengefasst auf insgesamt 2 CDs, mit sämtlichen Einspielungen aus den Jahren 1923 und 1926 sowie der legendären Live-Übertragung eines Konzerts der Staatskapelle im Jahr 1931 aus der Berliner Philharmonie, einer DVD mit einer umfangreichen Dokumentation, vielen bisher unbekannten Bildern und einem frühen Tonfilm, die Ouvertüre zu Richard Wagners „Tannhäuser“, die 1932 im alten Dresdner Opernhaus aufgenommen wurde, präsentiert diese Ausgabe die weltweit umfangreichste akustische Dokumentation über das Schaffen von Fritz Busch in Dresden. Die Tonaufnahmen, heute von größter Seltenheit, wurden in aller Welt von Deutschland über England, die USA bis hin nach Singapur zusammengetragen. Das begleitende Booklet umfasst 190 Seiten – eine sensationelle Dokumentation die - zweisprachig in Deutsch und Englisch – das künstlerische Schaffen von Fritz Busch in Dresden und die Ereignisse dokumentiert, die am 7. März 1933 zu seiner Entlassung führten. Ein spannendes Stück Zeit- und Musikgeschichte. Ein Kapitel, über das jahrzehntelang geschwiegen wurde und das nun endlich jedermann zugänglich ist. Die Veröffentlichung ist für Mai / Juni 2008 geplant.

Günter Wand: The Munich Recordings
Unter diesem Titel ist nunmehr eine Box erschienen, welche die besten Aufnahmen des legendären Dirigenten mit dem Münchner Rundfunkorchester noch einmal zusammenfasst. Diese Box enthält Bruckners Sinfonien Nr. 4,5,6,8 und 9 sowie Franz Schuberts Sinfonien Nr. 8 und 9 und die beiden ersten Sinfonien von Johannes Brahms und Ludwig van Beethoven (PH 06013).Über Günter Wand schreibt der Wolfgang Seifert, der Nachlassverwalter von Wands musikalisch Erbe: „Zeitlebens der prototypische Antistar und deshalb jahrelang in seiner Bedeutung nicht richtig erkannt, galt dieser Dirigent erst im hohen Alter international als Klassik-Interpret einsamen Ranges. Deshalb stammen die meisten dieser vielfach preisgekrönten und in den Rang von Referenz-Einspielungen erhoben Aufnahmen aus seiner Spätzeit.
Umso wichtiger sind Wands zahlreiche bisher nicht veröffentlichte Rundfunk-Aufnahmen aus früheren Jahren. Er hat in fast allen ARD-Anstalten, in der BBC und bei NHK Tokio gearbeitet und jeweils reiche musikalische Spuren hinterlassen. Es ist das Ziel der posthumen Wand-Edition, mit dem klingenden Vermächtnis dieser Rundfunk-Produktionen und -Konzertmitschnitte Aspekte seines musikalischen Wirkens aufzuzeigen, die von den zu seinen Lebzeiten erschienenen Schallplatten-Publikationen nicht abgedeckt wurden. Mit den besten Aufnahmen aus den verschiedenen Rundfunk-Archiven, in digitaler Spitzentechnik aufbereitet, soll dem heutigen Hörer eine Vorstellung von der außerordentlichen Repertoire-Bandbreite dieses großen Dirigenten vermittelt werden.“
Die Philosophie, die hinter dieser Edition steckt, erläutert Labelchef Günter Hänssler in einem Interview mit der Zeitschrift FonoForum: „Man muss sich sehr gut überlegen, ob man Bruckners 6. Sinfonie noch einmal mit Günter Wand veröffentlicht, obwohl es sie schon mit dem NDR Sinfonieorchester auf dem Markt gibt. Wenn kein besonderes Argument für die neue Veröffentlichung spricht, dann sollte man es einfach lassen. Der Respekt vor den großen Namen sollte so sein, dass man sie auch nicht missbraucht“ Eine Philosophie, die sich auszahlt. Die Günter Wand Edition wurde schon mehrfach preisgekrönt. Das vollständige Interview mit Günter Hänssler im FonoForum finden Sie hier.
- PROFIL MEDIEN GmbH -
